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homocivilis Wie

Die vertretbare Entwicklung

Die Geschichte der Nachhaltigkeit

Der Begriff der Nachhaltigkeit wird in der Forstwirtschaft seit Jahrhunderten verwendet und wurde von Konrad Ott vom Sachverständigenrat in Umweltfragen wie folgt definiert: „Regenerierbare lebende Ressourcen dürfen nur in dem Masse genutzt werden, wie Bestände natürlich nachwachsen“. Das Ziel ist, Natur und Umwelt für die kommenden Generationen zu erhalten. Das bedingt den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt wie generell einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umgebung.

Wurde der Begriff lange nur in der Ökologie verwendet, so ist er vor einiger Zeit auch auf die soziale Dimension ausgedehnt worden, zählt doch auch der Mensch zu den „regenerierbaren, lebenden Ressourcen“. Die soziale Nachhaltigkeit versteht die Entwicklung der Gesellschaft als einen Weg der Partizipation für alle. Sie umfasst einen Ausgleich aller sozialen Kräfte mit dem Ziel einer auf Dauer zukunftsfähigen, lebenswerten Gesellschaft.

Seit etwa 20 Jahren dehnt sich der Anspruch der Nachhaltigkeit auch auf die wirtschaftliche Dimension aus. Eine nachhaltige Wirtschaft ist so angelegt, dass sie dauerhaft eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet und die natürlichen und menschlichen Ressourcen vor Ausbeutung schützt. Eine globale Gerechtigkeit statt der heutigen Ausbeutung von Mensch und Natur ist das Ziel.

développement durable ecologie économie social

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit bilden eine Einheit. Sie sind miteinander vernetzt und bedingen sich gegenseitig.

Die 1987 im Brundtland Rapport von der Internationalen Kommission für Umwelt und Entwicklung verwendete Definition für die nachhaltige Entwicklung lautet:

„Entwicklung zukunftsfähig zu machen heisst, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können.“

Die nachhaltige Entwicklung der Natur und der Gesellschaft

Ohne den Menschen würde sich die Erde von alleine nachhaltig entwickeln, bzw. Nachhaltigkeit wäre gar kein Thema. Sie wird jedoch von 6,8 Milliarden Menschen bewohnt, die sich von ihr ernähren und von ihren Bodenschätzen profitieren wollen. Die Bedürfnisse von uns Erdenbewohner steigen unaufhörlich und wir hinterlassen einen immer grösseren ökologischen Fussabdruck. Besonders der Lebensstil in den industrialisierten Ländern würde mehrere Planeten benötigen, wollte man ihn über Generationen beibehalten.

performance des nations en matière de développement durable

Unser ökologischer Fussabdruck im Vergleich zum Index der Bevölkerungsentwicklung ist messbar und das Resultat ist beunruhigend! Keine Nation kann sich rühmen, das Modell der vertretbaren Entwicklung erreicht zu haben (grüner Bereich). Wenn alle Bewohner unseres Planeten wie die Europäer konsumieren würden, benötigten wir zwei zusätzliche Planeten, und wenn die ganze Welt wie Amerikaner konsumieren würde, bräuchten wir mindestens fünf weitere Planeten!

Bewusste Nachhaltigkeit

Ein Umschwenken auf eine nachhaltige Lebensweise ist also dringlich. Zum Glück werden sich immer mehr Menschen dieser Tatsache bewusst und suchen nach Abhilfe. Wir Alle sind gefordert, die Erde für die kommenden Generationen nachhaltig zu machen, d.h. die Regierungen, NGOs, Unternehmen und jeder Einzelne. Es gilt, das Bewusstsein von Allen für diesen Umstand zu schärfen, vor allem der Bewohner der Industrienationen.

Wir sind gefordert als Stimmbürger, um dem politischen Willen Nachdruck zu verschaffen, die Nachhaltigkeit in allen Dimensionen regional, national und global durchzusetzen. Eine Vielzahl von lokalen und nationalen Regierungen sowie internationale Organisationen, haben diesen wichtigen Schritt bereits unternommen. Die Agenda 21 der Europäischen Union ist ein Beispiel dafür.

Wir sind gefordert als Unternehmer und Unternehmerin, unsere Produkte und Dienstleistungen nachhaltig zu gestalten. Die Rückverfolgbarkeit der Produktions- und Lieferkette hinsichtlich der Nachhaltigkeit ist zu einem wichtigen Wert geworden, denn er interessiert immer mehr Kunden.

Wir sind gefordert als Konsument und Konsumentin, unseren Konsum auf Nachhaltigkeit zu trimmen. Kunden, die nach nachhaltigen Kriterien einkaufen, werden auch „Lohas“ genannt. LOHAS ist die Abkürzung von „Lifestyles of Health and Sustainability“ (gesunde und nachhaltige Lebensstile) und hat sich zu einer gesellschaftlichen Bewegung formiert, die sich dem bewussten Konsum verschrieben hat. Sie praktiziert auch die „4 R“: Reduzieren, Reparieren, Rezyklieren, Reutilisieren (wiederverwenden). Wir nennen diese Gattung Mensch „Homo civilis“, der zivilisierte Mensch, der der Nachhaltigkeit verpflichtete homo sapiens.

Das Konzept von Homo Civilis

Homo Civilis ist eine dreisprachige Schweizer Internet-Plattform für Nachhaltigkeit, die informiert, sensibilisiert und vernetzt.